Kreiskrankenhaus Osterholz

Patientensicherheit und Hygiene

Im Mittelpunkt unserer qualitätsorientierten Gesundheitsversorgung stehen Patientensicherheit und Hygiene. Für die konsequente Umsetzung haben wir neben einer OP-Checkliste auch Expertenstandards in der Pflege sowie Behandlungspfade implementiert. In puncto Hygiene haben wir sowohl die Strukturqualität als auch die Prozessqualität systematisch sichergestellt. 

OP-Checkliste

2011 haben wir eine modifizierte Checkliste zum perioperativen Einsatz bei Operationen eingeführt. Als Basis dafür diente die von der Weltgesundheitsorganisation ausdrücklich empfohlene „Surgical Safety Checklist“. Sie wurde an die spezifischen Begebenheiten des Kreiskrankenhauses Osterholz angepasst. Der Einsatz von Checklisten zum Risikomanagement und zur Steigerung der Sicherheit ist dabei nicht neu: In der Luft- und Raumfahrt, wo allerhöchste Qualitätsansprüche gelten, ist er weit verbreitet. 

Operationen sind mittlerweile zu komplexen organisationstechnischen Vorgängen geworden. Ziel von derartigen Checklisten im Krankenhaus ist es, organisatorische und menschliche Fehler systematisch zu vermeiden. Bei jeder Operation geht das OP-Team die jeweiligen Stichpunkte durch und gleicht sie sorgfältig mit den Bedürfnissen des Patienten und den tatsächlichen Gegebenheiten ab.

Dabei werden unter anderem folgende Punkte überprüft:

  • Patient: 
Bestätigung von Identität, geplanter OP, bekannten Allergien, sowie ggf. des Eingriffsortes/der Körperseite
  • Operateur, Anästhesie und OP-Team: Bestätigung der Identität des Patienten, der geplanten OP sowie ggf. des Eingriffsortes/der Körperseite
  • Operateur, Anästhesie: 
Erneute Benennung der geplanten OP, des Vorgehens und ggf. zu erwartender Komplikationen 
  • OP-Pflege:
 Vorhandensein aller benötigter Instrumente und Implantate in sterilem Zustand
  • OP-Pflege:
 Zählkontrolle für Instrumente und Material

Die Checkliste wird flächendeckend und standardisiert verwendet: Jede Operation im Kreiskrankenhaus Osterholz wird anhand der Checkliste vorab auf Fehlerquellen geprüft und dokumentiert. Auch durch die Wissenschaft ist der Einsatz derartiger Checklisten bestätigt. Studien zeigen, dass durch das systematische und standardisierte Abarbeiten derartiger Checklisten das Risiko von unerwünschten Ereignissen, wie etwa Komplikationen, Verwechslungen, um 38 Prozent gesenkt werden kann (vgl. New England Journal of Medicine 2009, 360: 491-9).

Expertenstandards in der Pflege

Diese Standards sind in unserem Haus umgesetzt:

  • Schmerzmanagement
  • Sturzprophylaxe
  • Wundmanagement
  • Dekubitusprophylaxe
  • Entlassungsmanagement

Behandlungspfade

Die Implementierung von Behandlungspfaden in Kliniken hat in den letzten Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen. Ein Behandlungspfad beschreibt den Prozessablauf für eine Behandlung. Darin wird die optimale Abfolge von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen in übersichtlicher Form vorgegeben.

 

Die Fachliteratur stimmt darin überein, dass Behandlungspfade ein geeignetes und sogar notwendiges Instrument darstellen, um eine hohe Qualität sowie die Patientensicherheit in der Versorgung zu gewährleisten sowie gleichermaßen kosteneffektiv arbeiten zu können. In besonderem Maße eignen sich die Behandlungspfade für häufige oder komplexe Eingriffe. 

 

Dementsprechend wurden bei uns im Hause bereits Behandlungspfade für die elektive Hüft-TEP und Knie-TEP erstellt. Weitere klinische Behandlungspfade werden aktuell ausgearbeitet. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass Sie in unserem Hause mit allerhöchsten Ansprüchen an Sicherheit, Qualität und Hygiene behandelt werden.

Hygiene

Strukturqualität

  • regelmäßige Sitzungen der Hygienekommission
  • hygienebeauftragter Arzt
  • verantwortlich tätige Hygienefachkraft 
  • Beteiligung am OP KISS (Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System) – hier werden nosokomiale Infektionen bei festgelegten Operationsarten erfasst
  • Erhebung des Anteils der Patienten mit MRSA im Verhältnis zu allen stationär behandelten Patienten und Teilnahme am MRSA KISS
  • Fortbildungen für das Personal 
  • Beteiligung am MRE-Netzwerk im Land Bremen
  • Teilnahme an der Aktion Saubere Hände
Das Kreiskrankenhaus nahm 2009 bereits an der „Aktion Saubere Hände – keine Chance den Krankenhausinfektionen“ teil. Die „Aktion Saubere Hände“ ist Bestandteil einer Kampagne der Weltgesundheitsorganisation, deren Fokus auf der Sicherheit von Patienten liegt. Im Besonderen geht es dabei um die Verbesserung der Handhygiene, vorrangig der Hand-Desinfektion. Die korrekte Hand-Desinfektion ist erwiesenermaßen die effektivste Maßnahme zur Reduktion von so genannten Krankenhausinfektionen (Infektionen, die Patienten erst im Krankenhaus erlangen).

Prozessqualität

  • Messung des Verbrauchs alkoholischer Hände-Desinfektionsmittel
  • Erfassung postoperativer Wundinfektionen 
  • festgelegte Hygienemaßnahmen zum Umgang mit infizierten Patienten (z.B. Isolierung, Sanierung)
  • Durchführung eines MRSA-Screenings von Risikopatienten
  • jährlich stattfindende stationsinterne Fortbildung zur Händehygiene